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Sichere Prozesse; Prozessssicherheit durch
IEC/DIN EN 61511
Risiken in verfahrenstechnischen
Anlagen gehen von jeweiligen Prozessen, den verwendeten Stoffen
sowie dem Umfeld aus. Ziel der Sicherheitstechnik und der
gültigen Normen ist es, diese Risiken zu minimieren, d.h.
auf ein tolerierbares Risiko abzusenken.
Das vorhandene Risikopotenzial wird gemäß IEC/DIN EN
61511 ermittelt. Ausgehend vom ermittelten Risiko ist die
Risikominimierung auf der Grundlage der IEC/DIN EN 61511 zu
planen und umzusetzen; verwendete Komponenten/Teilsysteme
müssen die Anforderungen der IEC/DIN EN 61508 erfüllen
(Anforderungen an die Hardware- / Software-Entwicklung und/oder
Betriebsbewährung).
Aufbau der DIN EN 61511
Die Norm besteht aus drei Teilen:
IEC/DIN EN 61511-1:
Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für
die Prozessindustrie
Teil 1: Allgemeines, Begriffe, Anforderungen an Systeme, Software
und Hardware
IEC/DIN EN 61511-2:
Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für
die Prozessindustrie
Teil 2: Anleitung zur Anwendung des Teils 1
IEC/DIN EN 61511-3:
Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für
die Prozessindustrie
Teil 3: Anleitung für die Bestimmung der erforderlichen
Sicherheits-Integritätslevel
Sicherheitslebenszyklus
Alle umzusetzenden Anforderungen /
erforderlichen Tätigkeiten, die zum Erreichen des jeweiligen
Sicherheits-Integritätslevels (SIL) für das
Sicherheitstechnische System (SIS) notwendig sind, regelt die
IEC/DIN EN 61511 in einem Sicherheitslebenszyklus. Bild 1 zeigt
diesen Sicherheitslebenszyklus.

Bild 1: IEC/DIN EN
61511-Sicherheitslebenszyklus
Sicherheitsfunktion (SIF)
Die Sicherheitsfunktion (SIF) hat das Ziel - unter
Berücksichtigung eines festgelegten gefährlichen
Vorfalls - einen sicheren Zustand für den Prozess zu
erreichen oder aufrecht zu erhalten. Die Sicherheitsfunktion geht
von einem speziellen System aus, das ein sicherheitstechnisches
System (SIS), ein System anderer Technologie oder eine externe
Einrichtung sein kann.

Bild 3:
Sicherheitsfunktion
Sicherheits-Integritätslevel
(SIL)
Für jede Sicherheitstechnische Funktion, die in der
Anforderungsbetriebsart arbeitet, muss der erforderliche
Sicherheits-Integritätslevel (SIL) in Übereinstimmung
mit den Tabellen 1 oder 2 festgelegt werden.

Tabelle 1: SIL;
Ausfallwahrscheinlichkeit bei Anforderung
Wenn Tabelle 2 verwendet
wird, darf weder die Häufigkeit der
Wiederholungsprüfungen noch die Anforderungsrate bei der
Bestimmung des Sicherheits-Integritätslevels verwendet
werden.

Tabelle 2: SIL;
Häufigkeit gefahrbringender Ausfälle der
Sicherheitsfunktion
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